Über Gefühle im Internet reden ist ein heikles Ding. Man macht sich schnell zum letzten Vollidiot, gibt man sich beim Schreiben der emotionsgetränkten Zeilen keine rechte Mühe. Trotz dieses Risikos machen es dennoch sehr viele Leute. Aber warum? Gibt es denn keine Freunde, die sich für den Seelenschmerz interessieren? Oder kann man nicht einfach im Zimmer sitzen, Damien Rice hören und sich selbst bemitleiden?

Doch, das ginge alles. Aber ich muss hier einmal eine Lanze für alle brechen, die das tun. Und alles an Gefühlsorientiertem in meinen eigenen Texten rechtfertigen.

Das Problem mit Gefühlen ist nämlich, neben ihrer Existenz an sich, das sie mitunter sehr stark werden können. Und dann bilden sie einen großen, sowie nervigen Mitteilungsdrang, den man irgendwie loswerden muss. Die Freunde haben eh langsam genug davon, sich selbst bemitleiden bringt gar nix, außer vielleicht aufgeschnittenen Unterarmen.

Somit ist das Internet ein gutes Medium, um sich mitzuteilen. Auch dann, wenn es mal nicht so gut läuft. So lange man es nicht übertreibt oder ins Lächerliche treibt, ist es gesund, seine Gefühle in den Cyberspace zu schleudern. Man befreit sich selbst von ihnen und regt womöglich noch Diskussionen an. Darum werde ich das in zukünftigen Texten auch immer mal wieder tun. Man möge es mir verzeihen.