Nach der heutigen Wahl des sächsischen Ministerpräsidenten, die übrigens Stanislaw Tillich (CDU) gewann (mit 66 Stimmen), sprach man bei so ziemlich allen seriösen Onlinemedien (und Bild.de) von einem Eklat im Landtag: NPD-Gegenkandidat Johannes Müller bekam 11 Stimmen, also 3 mehr als seine Partei Sitze hat! Das ist sowas von skandalös, das spottet doch jeglicher Beschreibung!!!
Daran, dass vor fast vier Jahren 12 Abgeordnete der rechtsextremen Partei in den Landtag einzogen, und 3 von denen, die die Partei verließen (oder verlassen mussten), Müller zum Ministerpräsidenten wählen wollten, dachte aber offenbar niemand.
Auch wenn’s im Online-Journalismus sehr schnell geht (nehme ich an), kann man doch wenigstens ein bisschen ordentlich recherchieren – schließlich wird ja überall Wert auf Seriosität gelegt; so geht das ja wohl kaum. Und sollte das mit den ganzen Eklat-Überschriften Taktik sein, schon gar nicht.
Tillich sagte unterdessen über seine Ziele, dass er den Erfolg der Wirtschaft in Zukunft weiter vorantreiben und ihn zudem mit sozialer Gerechtigkeit verknüpfen werde.
[Detailliert und viel besser gibt's das bei Stefan Niggemeier
Und ergänzend: auch bei ihm]
Mai 30, 2008 at 11:05
jap, hab’s im Bildblog gelesen. Ziemlich erbärmlich…