Ein vermutlich am Asperger-Syndrom (eine Form des Autismus) leidender Vorschüler aus Florida wurde von seiner Lehrerin per Abstimmung aus der Klasse geworfen. Offenbar war die Leerkraft mit den Krankheitszeichen des Jungen überfordert (ständiges Brummen, versuchtes Essen von Hausaufgaben; so steht es in der Spiegel-Online-Meldung), woraufhin sie ihn vor die Tür schickte.

In der Zeit, als er vor dem Klassenraum wartete, war der Rest der Klasse dazu aufgefordert, Dinge aufzuschreiben, die am autistischen Alex störend waren. Nachdem sie fertig waren, musste er sich die Ergebnisse anhören, um kurz darauf wieder rausgeschickt zu werden. Nun kam es zur Abstimmung, ob Alex die Klasse verlassen solle. Sie entschied sich dafür.

Gegen die Lehrerin wird nicht weiter ermittelt. Dabei hat sie, in meinen Augen, ihre Autorität missbraucht, um die noch leicht manipulierbaren Menschen vor ihr dazu zu bringen, einen Schüler, der nicht in ihr Konzept passte, emotional fertig zu machen. Es ist schlimm genug, dass viele Kinder nie gelernt bekommen, Minderheiten nicht zu diffamieren und tolerant zu sein. Wird dies jedoch auch noch von Lehrern bekräftigt, könnte ich kotzen. Ich meine mal nicht, dass das ein Einzelfall ist; die Mutter des Jungen war einfach eine der wenigen Mutigen, die sich an die Polizei wandten. Mit sehr überschaubarem Erfolg.

Kranke Welt.