Am Wochenende wurde ja die diesjährige Bunte Republik Neustadt in Dresden ausgerufen. Ich hatte zwar vor, etwas Größeres und Bebildertes darüber zu schreiben, doch daraus wird nix, weil ich das Fotografieren und Schreiben-wollen total vergaß (was für die BRN spricht). Also einfach nur ein paar Anmerkungen, auch da mich Anton Launer, Autor vom Neustadt-Geflüster, fagte, wie ich die BRN fand. (Bei ihm gibt’s auch ein Fazit)

Zuerst: Sehr schön, dass sie auch dieses Jahr sehr friedlich ablief. Ich durfte zwar Zeuge einer kleineren Auseinandersetzung im Alaunpark werden, damit hatte es sich aber wohl auch. Zudem prügelten sich da nur ein paar Prollos rum, und das dürfte wohl alles sagen. Wobei man das auch verstehen kann. Die Musik im A-Park war jetzt nicht gerade begeisternd und konnte zu Aggressionen führen, wenn man wollte. Pogo gab’s trotzdem, und das ist die Hauptsache gewesen. ;-)
Sonst war die musikalische Untermalung weitestgehend ok, zum Techno-Zeugs schweige ich einfach mal.

Ansonsten habe ich leider nicht viel gesehen, da es mir wichtiger war, ein paar alte Freunde wiederzusehen. Im Nachhinein bereue ich es, nicht noch ein wenig mehr durch die Straßen gezogen zu sein, doch das, was ich sah, bestätigte mich: Die BRN ist toll und sucht unter den Veranstaltungen allgemein ihresgleichen. Findet sie aber zum Glück nicht.

Natürlich gibt’s auch jetzt noch die Leute, die den dpa-Meldungen über „Randale“ Glauben schenken und weiterhin skepzisch Richtung Neustadt blicken, weil da angeblich schon so viel passiert wäre. Das einzig nennenswerte waren Ausschreitungen in den Jahren 2001/2002 zwischen Linken und Rechten zur BRN. Ansonsten gibt es immer mal ein wenig Stress, aber nicht mehr als z.B. in Prohlis oder Reick. Eher weniger. Ich glaube, von der Neustadt entstand einfach ein schlechtes Bild, weil es ja wirklich ein paar richtige Asis gibt, aber na ja… so ein Tellerrand freut sich auch, wenn mal über ihn geschaut wird… (Für viele sind „diese Leute mit den bunten Haaren“ ja schon zu viel – deren Rand ist leider höher als der Mount Everest; tut mir leid für die, weil wirklich nicht alle Punks gleich Autonome, sprich Idioten sind, auch wenn das ne Menge Leute meinen.)

Und es gibt die Menschen, die meinen, die BRN wäre „sinnlos“ und dann doch hingehen und sich vollaufen lassen, was eher den Tatbestand der Sinnlosigkeit erfüllt, wenn ihr mich fragt. Und nicht nur im Alaunpark waren ein paar Prolls vertreten; die sah man auch zwischendurch mal. Hofften wohl auf Provokation der Punker, aber nix war, und das ist gut so.

Insgesamt muss man sagen, dass es überall Hirnis gibt, da kann aber die BRN nix dafür. Nächstes Jahr wird sie mich wiedersehen, wenn ich wieder Begleitung finde.