Was tu ich des frühen Morgens, wenn die Freundin, mit der ich mir diese Stunden in den letzten Tagen chattend vertrieb gerade wasweißich auf der Iberischen Halbinsel macht?
Werde ich depressiv, weil ansonsten keiner da ist, der meine cyberspacige Anwesenheit gebührend schätzt? Bemühe ich doch noch den treuen Windows Media Player, Damien Rice wiederzugeben, damit ich mich in den Schlaf weinen kann, wie alle normalen Leute? Oder soll ich vielleicht mal jemand anderen kontaktieren? Bin ich dafür zu unflexibel? Oder sind die anderen alle doof? Sollte ich gar aufhören, sinnlose Fragen zu stellen, die mir eh niemand beantworten wird?
Ich könnte auch mein kleines Zimmerchen aufräumen, was bald von wirklich dringenden Nöten wäre, wenn der Platz auf dem Schreibtisch dann nicht einmal mehr zum erfolgreichen Justieren der Maus genügt und meine Füße in Tetra-Packs und Papier begraben sind. Bis dahin dauert es aber noch eine Weile, weswegen ich es vorziehe, mal zu schauen, was denn eigentlich alles so vor mir auf dem Tisch liegt: Kamera, Ministativ, Geld, CDs (alles Original!!!), Zettel, Patronen (also, fürs Schreiben jetzt), Fahrscheine, ein Plüschtier welches ich nicht nennen werde, Kaugummis und – die Abschlusszeitung. Das finde ich ja jetzt besonders lustig. Darin gibt’s nämlich einen Beitrag von mir. So popelige drei Seiten halt, das is ja nix. Da hab ich ja auch gerade mal 10 Minuten für gebraucht und ich fänd’s nich irgendwie nett, wenn es mal ein paar Reaktionen darauf gäbe, nein. Hab ich extra geschrieben, damit’s überblättert wird. Ärsche.
Nun, freilich sprühten die letzten Sätze ihre Ironie geradezu heraus, mit mehr Druck als meine Ejakulation, und die is schon… hoahoa! Das zieht mich natürlich noch weiter runter (nein, nicht DAS, das mit der Zeitung natürlich. Was ihr immer gleich denkt!) und ich kann ja auch nicht jeden Tag schauen, was auf meinem Tisch so auffindbar ist, weil sich das meist nicht groß ändert.
Klar, Film gucken. Das wär ne Alternative. Lord of War. Oder ich fang mal wieder mit dem Schauen von House-Folgen an. Tja, nüscht is! Ich will Scrubs sehen, hab ich aber nich! Kann man dann wohl nix machen. Bleib ich wieder im Internet hängen. Und das ist gefährlicher als man meint. Nein, ich rede nicht davon, dass ich mir einen Trojaner hole, weil ich ein kleiner Noob bin oder auf Abzocke jeglicher Art reinfall’. Ich bestell auch kein Uran, verabrede mich zu Oral oder halte mich in Kannibalen-Foren für Planung des Verkehrens und -zehrens auf. Viel schlimmer wäre es, vergangenen Love Interests (ja, sorry… ein schöner deutscher Name fällt mir nicht ein) in Flirt-Communities nachzuspionieren. Um zu sehen, wer ihnen schreibt und was so im Profil steht. *Hust*willstequatschen*hust*. Ich meine, ich wäre nie versucht, derartiges zu tun (*hust*machichgrad*hust*), aber ich sag ja auch nur: Das Web birgt unbeschreibliche Gefahren für das Wohlergehen! Und wenn dann keiner da ist, um mich abzulenken, ist es ja nicht verwunderlich, dass man mal auf solche Gedanken kommt. YouPorn? Kostet auch nur Muskelkraft.
Essen auch. Und auch das will ich nich, da mein Magen heute eh ein Arschloch ist, sozusagen. Trinken ist nichts, was mich dauerhaft beschäftigen könnte. Bilder bearbeiten vielleicht? Dazu müsste es erstmal aktuelle geben. Immerhin erinnert mich das an die gebrauchte-aber-immerhin Spiegelreflex, die ich bekomme. Jouppy!
Letzteres gilt gerade nicht für das Fernsehprogramm, weshalb ich mich schon dazu gezwungen sehe, Rihanna dudeln zu lassen. Da frag ich mich doch auch gleich mal: What else is on? New Police Story, Kommissar Rex, Eis am Stiel, Quizshows und die Sport Clips. Klasse. Wär ich jetzt geblieben, wenn ich 13 wär. So bleib ich also beim „Good Girl Gone Bad.“
Jetzt könnte ich also noch zig weitere Dinge aufschreiben, die ich tun könnte. Aber ich hab versehentlich diesen Eintrag geschrieben, was wohl allgemein auch mal wieder sein musste. Half das? Japp, ich bin müde. Macht euch schonmal bereit, in den nächsten 2 Wochen regelmäßig so wirre Scheiße von mir zu lesen. :D