Man kann von den Briten ja nun halten was man will;  ihnen für Hugh Laurie danken, oder so… aber die Weihnachtskarte zu erfinden ist wohl mit dem Bombardieren von Dresden gleichzusetzen. Mindestens. Ich hab mir mal den nicht wirklich spaßigen Spaß gemacht, zu googeln, was Menschen im Internet an Vorschlägen bringen. Ich drück’s mal so aus: Es bringt mehr, nach dem Grund für sein Sackjucken im Netz zu fragen, als nach weihnachtlichen Textideen, und ist vermutlich auch lustiger.

Entweder die Leute schreiben 5-seitige Gedichte, und erwarten dann, dass man das mit einer 0,025er-Stiftmine auf 15cm Karte komprimiert oder mit einer Stecknadel einritzt. Andere Möglichkeiten entziehen sich meiner Kenntnis.  (Die genannten hab ich mir allerdings wahllos aus der Nase gezogen.)
Dann halten sich manche auch noch für Meister der Humoristik, wie es im Internet offenbar Evangelium ist (was man ja unschwer an mir erkennen kann). Es kommen dann vermeintlich lustige Sprüche, die normalerweise nur 11-Jährige nach dem ersten Eierlikör vom großen Bruder und seiner nuttigen Freundin für amüsant halten. Beispiel? Bitte:

Was passiert mit einem Engel, der im Misthaufen landet?
Er bekommt Kotflügel…

Und das soll man dann noch als Ratschlag bezeichnen. Unweigerlich muss ich mich fragen, welcher Grad an Unterbeschäftigung in einem menschlichen Wesen eigentlich möglich ist. Aber daran ist sicher der Staat schuld.

Es muss  also selbst nachgedacht werden. Man hat dann die Spitzenidee, schaut zwei Stunden voller Stolz auf sein literarisches Kleinkunstwerk und beschließt letztlich, dass man die größte Scheiße  zusammengeschwurfelt hat. Und dann bleibt es bei Standardphrasen. Die 5 Euro für die Karten hätte man gut in der Shisha-Bar verjubeln können, da jede der gesendeten Karten nach Weihnachten zusammen mit dem Baum im Weihnachtsartikel-Jenseits verschwindet. Ich meine, warum auch nicht; der Baum sieht am Ende aus, wie in Tschernobyl gewachsen und an der Karte war nichts besonderes, was ein Aufheben rechtfertigte.

Nur gut, dass ich sowas nicht mach. Nicht freiwillig, muss ich dazu sagen. Und auch nur, weil meine Handschrift keine Dechiffrier-Experten braucht, um gelesen werden zu können.  Letztendlich fand ich das aber ganz gut, so schreibe ich nämlich mal wieder was.

Ich freu mich ja auf Weihnachten, versteht mich richtig. Ich zeige das nur ein wenig anders. :D

Everybody lies, so pflegt es Gregory House zu sagen, die Hauptfigur der grandiosen Fernsehserie „Dr. House“. Und zugegeben: So ist es doch auch. Es ist nahezu unvorstellbar, dass es jemanden gibt, der durch sein gesamtes Leben ohne zumindest eine Notlüge kam. Das ist aber auch alles gar nicht schlimm. Irgendwie bizarr wird es allerdings dann, wenn die Menschen das Lügen zu einer eigenen fragwürdigen Kunstform erheben und nicht nur mit ihren Worten, sondern auch ihren Taten lügen, bis Pinnochio neidisch wird.

Ich spreche jetzt gar nicht von kleinen Sachen, wie einem freundlichen Händedruck, optional mit Lächeln, bei einer Person der man eigentlich innere Blutungen wünscht. So etwas ist manchmal ein notwendiges Verhalten und soll auch nicht das Thema sein. Ich wählte diese Einleitung nur, um auf eine besondere Gattung der Menschen zu sprechen zu kommen.

Sie suchen sich ihre Opfer offenbar wahllos aus. Das kann auf Geburtstagsfeiern geschehen, um nur mal eine atmosphärisch günstige Situation zu nennen. Sie wissen genau, was zu tun ist, und sehen gleich, wessen Geist sicher nachgeben wird, und dann geht’s los. Es fängt an mit Blicken, geht über Gespräche weiter zu Berührungen… bla bla, die übliche Scheiße, ihr wisst schon wie das läuft. Das Opfer kann gar nix tun, sich lediglich ausmalen, wie es noch weitergehen kann und sagen, „Ich werd das schaffen!“.
Mal angenommen, ich wäre jetzt dieses Opfer, der Abend wäre toll gelaufen und nun soll das weitergehen; es sieht sogar danach aus, als würde es das und ich beginne schon, wieder Glauben daran finden zu können, dass ich doch nicht so unfähig bin. Man nehme also an, ich als das Opfer erfahre wenige Tage später, dass ich nie eine Chance hatte, und dafür ein anderer meine mögliche Position einnahm.

Klingt das so, als hätte ich das wirklich erlebt? Ehrlich? Tja, dann isses wohl so. Ich hab eine Weile überlegt, was diese Menschen zu solch einem beschissenen Verhalten treibt. Das ist ja bei weitem kein Einzelfall gewesen, das ist mir auch klar. Wäre das so, könnte ich’s auf den Humor meines Lebens schieben, denn ich meist nicht verstehe, aber so? Da muss doch irgend eine logische Erklärung dahinterstecken, sollte die Logik auch noch so abstrus und idiotisch sein. Es macht halt niemand etwas ohne Grund, auch wenn einige das gern glauben würden.

Ich erwarte von keinem, der so etwas wie das Beschriebene gern tut, mir eine Erklärung zu liefern. Viel eher erwarte ich von diesen Leuten, sich von meinem Heimatplaneten zu entsorgen, aber dass man nicht alles haben kann, ist auch akzeptiert.

Aber weiß vielleicht jemand, irgendeiner, was diese Scheiße soll? Kann mir einer ne kurze Erklärung geben, inwiefern es Spaß machen kann, andere völlig unvorbereitet zu verletzen und sich dann noch nicht einmal dazu zu äußern, sondern noch guten Freundinnen aus dem Weg zu gehen, um nicht über das eigene Mies-sein sprechen zu müssen? Nicht? Das dacht ich mir.

Ich versteh’s nicht. Da kann ich drüber nachdenken, bis Quezacoatl wieder aufersteht, es kommt dabei nichts raus. Warum erst so eine Scheiße anfangen, wenn man am Ende merkt, dass die Scheiße scheiße war und Freundschaften gefährdet?

Das beste ist wohl, ich höre ab jetzt auf damit. Mit dem Nachdenken, darüber. Und vielleicht erreicht dieser Text ja auch die Richtigen und bringt sie wiederum zum Nachdenken. Ich bezweifle allerdings beide Annahmen gleichermaßen.

Seit einiger Zeit wird in der Werbung ja mal wieder eine seltsame Mobiltelefon-Applikation angepriesen – der Nackt-Scanner.
Ich möchte gar nicht wissen, was man sich damit eigentlich aufs Handy holt und wie Leute aussehen, die allen Ernstes an eine Funktionalität der Scheiße glauben. Ehrlich. Mir reicht in diesem Fall die vage Vorstellung für einen Rückenschauer.
Was mir aber gestern erst auffiel, ist der Werbespruch für dieses Dingens. „Du willst deinen Schwarm nackt sehen?“ heißt es da, und mal ehrlich: jeder, der das hört, denkt unterbewusst – und sei es mehr scherzhaft – „Scheiße, ja!“.
Das ist ganz normal und auch ich habe das getan, zumindest behaupte ich das, um authentisch zu wirken. Im Grunde ist es aber sehr bedenklich, denn möchte man seinen „Schwarm“ wirklich nackt sehen, ja dann muss man sich halt ein wenig anstrengen, und diesen Leuten, von Geilheit geblendet kein Geld in den Rachen stopfen. Haben die nämlich schon genug drin.

Naja, was solls. Ich geh jetzt zumindest erstmal Shisharauchen. Ganz ohne Schwarm. :-)

Weiß man um 4 Uhr am Morgen, dass man eh noch nicht schlafen kann und Dank des Freundinnenmangels nichts wirklich Sinnvolles dagegen zu tun ist, hängt man sich vor den Rechner und frönt den Möglichkeiten des WWW und seinem Pr0n. Oder man sucht sich halt Songtexte, weil man gerade an dem eigenen Verständnis des Textes von „Allein Allein“ zweifelt. Kennt man, oder? Für den unwahrscheinlichen Fall, dass nicht, klicke man hier drauf.

Ich tat das jedenfalls gerade, und stieß dabei auf eine Übersetzung des Textes, die ich für nicht ganz akkurat halte, aber das allein wäre jetzt ja keinen Eintrag wert. Schaut man mal weiter unten in die Kommentare, sieht das schon anders aus:

Ich finde das lied einfach nur besch….. .ständig die gleiche Leier.
Unglaublich wie so ein schrott in den charts soweit oben landen kann! Aber die
jugend von heute machts möglich,generation suff läßt grüßen…

Der Autor dieser vor Eloquenz wahrhaftig sprühenden Bemerkung rotzte seine lobenswert impulsiven Gedanken geschätzte 20 mal unter den Text. Ich verstehe die Verbindung zwischen dem Mögen der Musik von Polarkreis 18 (und nicht etwa „Polarkreis“, wie die Leute von Pro7 meinten…) und dem Angehören einer sogenannten Generation Suff zwar nicht (kenn ich noch gar nicht – Golf, X, Praktikum, Doof, ja. Aber Suff?), aber ich denke, mein IQ ist ganz einfach nicht hoch genug, um des Autors Gedanken verstehen zu können. Hat was von Kafka, dieses Kommentar, nicht?

Aber hey, wer ist denn so naiv zu glauben, dass es nicht noch weitaus besser geht? Lest selbst:

Wie ich dieses Lied hasse !!!! (
Un jetz läuft des au noch überall !!!!

Erst scheiß Drecks Hopper dann son Scheiß irgendwann wird Tokio Hotel als Musik
betrachtet un Ganstas als Menschen
WÄÄÄHHH !!!

Ja! Beachtet auch den geballt-fabulösen Einsatz dieser Ausrufezeichen! Dazu lässt der – man muss es so sagen – Künstler auch noch wichtige Buchstaben weg, was verdeutlicht, dass er gar nicht die Zeit hat, sich mit diesem unsäglichen Stück leider geschriebener Musikgeschichte auseinanderzusetzen! Mit der Großschreibung am Ende, und der Verwendung eines eher unkonventionellen Ausdrucks, wie „Wäh“ abstrahiert er seinen gesamten Ekel noch einmal und bringt damit genau das rüber, was alle ohne Medien-Gehirnwäsche denken, aber niemals so auszuformulieren mögen:

ich finde das lied so opfaaa man aber das ist voll der urmwurm :D der typ der das sinkt ist g4y ohne spaß

YouTube-User „Styla8001″ gab sich aber sichtbar Mühe, so als junger Bashing-Padawan; sogar zu einer Wortschöpfung brachte er es!
.
.
.

Und jetzt mal ehrlich: Ihr seid doch alle behämmert.

Andere Musikgeschmäcker sind natürlich erlaubt, keine Frage, aber was zum Fick reitet die Menschen da, sich mit derartigen Kommentaren lächerlich zu machen? Ich mein ja nur. Kann ja irgendwas nich stimmen, da oben. Und wieder einmal freue ich mich, dass mein Leben so lief und ich jetzt das hier schreibe, denn ich könnte auch einer dieser Hater sein. Und irgendwann, ja, dann wäre auch mir das peinlich. ^^

…habt ihr denn den sprichwörtlichen Arsch offen oder wieso erhalte ich seit einigen Wochen euren mit Verlaub beschissenen Newsletter zugesandt? Sagt ihr mir bitte mal, wann ich mich auf eurer Hirni-Seite angemeldet habe? Ich habe es nämlich nicht nötig, mich bewerten zu lassen, was ja der Zweck einer Registrierung da ist. Im Gegensatz zu eurer Zielgruppe habe ich Freunde, deren Meinung ich kenne und welche eine ehrliche ist. Das kommt daher, dass ich – und jetzt haltet euch am besten fest – meine Freunde nicht aufgrund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe habe und ihnen deswegen vertraue. Ja, sicher ist das jetzt ein harter Schlag, aber so etwas gibt es noch, da draußen, im Real Life. Und ich hab eins, deswegen vernachlässige ich ja auch mein Weblog.
Selbst wenn es so sein sollte, dass ich mal einen meiner rangniedrigen Bekannten (wer anders meldet sich dort ja wohl nicht an *einred*) dort bewertet hatte, wo stand denn bitteschön, dass ihr meine Email-Adresse (oder meine „Addy“, man muss ja cool sein) speichert und für Werbezwecke nutzt? JAHRE SPÄTER? Nirgendwo, eben. Habt ja nicht einmal eine Art Impressum. Gut, ich auch nicht, aber ich spamme ja auch nicht meine Kommentatoren zu. Sind ja auch nich viele.
Aber bitte, unterlasst das doch, jetzt nachdem ich den kleinen „Abmelden“-Link gefunden hatte. Ansonsten schreib ich euch mal.

Lang hat’s gedauert dass nun doch mal wieder ein Eintrag kommt, aber wenn man nunmal versetzt wird die Pläne für den Abend zum eher Suboptimalen verändert werden, was bleibt einem denn da noch übrig? Außer dem Versinken in die durchaus angebrachten Depressionen? Richtig, das Saufen.

Ich schreibe aber lieber etwas, damit man sieht, dass ich auch in der Lage bin, Versprechen zu halten, nachdem ich sie etwa 10 mal gemacht hab.

Irgendwann demnächst wird ja auch mal wieder die Zeit umgestellt, was jede pissige Nachrichtensendung zum Anlass nimmt, ihre Redakteure noch weniger arbeiten zu lassen, indem sie eine Umfrage in irgendeiner idiotenbevölkerten Fußgängerzone startet, wo man auch fragen könnte, welche Farbe ein Grünfink hat und keiner hätte ‘ne Ahnung.
An sich sind Umfragen mit das Nervigste, was das Fernsehen zu bieten hat, nach Cindy aus Marzahn natürlich. Zu jedem erdenklichen Thema („Wer wird neuer US-Präsident?“ „Von welchem Prominenten würden sie gern mal so richtig gevögelt werden?“) befragt man denkunfähige Subkreaturen aus Intellektproblem-Vierteln und darf dann zusehen, wie sich freudestrahlend zum Deppen gemacht wird. Super, weiter so.
Käme nicht jeden Dienstag House, verdiente ich Geld für DVD-Importe und hätte nicht noch einen Gamecube, mein Fernseher würde nicht mehr gebraucht.

So besteht leider doch noch die Gefahr des Senderwechselns, wo ich dann beim Schalten auf RTL lustigerweise einen Beitrag zum selben Thema erwische. Nun geht es aber um eine „Zirkustribüne“, die auf einem Schulhof zusammenbrach. Der obligatorische Satz für derartige Meldungen fiel selbstverständlich: „Unter den Opfern waren auch viele Kinder und Jugendliche.“ SAY WHAT?? Auf einem Schulhof gibt es KINDER und JUGENDLICHE? Scheiße! Mein Weltbild wankt nicht mehr nur, es fällt zusammen unter diesem Äquivalent des Axtschlags auf den Baum. -_-

Nun. Für den Moment reicht’s mal wieder, und es gibt auch bald wieder etwas zu einem richtigen Thema. Und seht mir den hohen Aufreg-Anteil bitte nach.

…bin ich ja gerade nicht ganz, demzufolge aber auch noch am Leben. Und höre halt dieses grandiose Lied. Wollte ich nur mal sagen, auch wenn ich wahrscheinlich beinahe alle Leser verloren hab. Aber es gibt halt viel zu tun. Ab Sonntag Montag bemüh’ ich mich allerdings mal wieder, ein wenig Kreativität in Richtung Linguistik aufzubringen. Bis dahin wünsch ich jedem ein nettes Wochenende, der das hier doch noch liest. Ich werd’s haben.

Ok, ja. Der Begriff an sich ist ja eigentlich falsch. Was sich aber gerade bei der Supernanny auf RTL selbst demütigt, spottet jeglicher Beschreibung und bringt mich zu der Frage, was man rauchen muss, um einer Ausstrahlung seines abefuckten Lebens zuzustimmen. Beispiele? Bitte.

„Das interessiert dich nen alten Arsch“

„Du bist derjen’sche wo ich am meisten Geld investier.“

„Schrei deine Großmutter an ‘nd n’mech!

Hat man doch gleich ein Bild dieser Leute vor Augen, wenn man das hört. Da chatte ich lieber noch ein wenig.

Dass man sich gleichzeitig ziemlich gut und richtig scheiße fühlen kann, ist auch so ‘ne ganz komische Sache, die einer dringenden Abstellung bedarf. Ich meine, kann doch nich sein sowas. Außerdem schüttelt das kräftig an meinem Weltbild, weil ich immer dachte, man könne nur eins davon haben. Es kann sich vielleicht schnell ändern, begünstigt durch bestimmte Ereignisse oder sinnloses Zuschütten, aber es geht doch nich beides zur selben Zeit! Zumindest nicht, wenn man nicht aus Trendgründen Emo sein will und depressiv in der Ecke siecht, obwohl einem doch im Grunde die Sonne aus dem Gesäß scheint.

Ich sollte vielleicht mal näher darauf eingehen, was ich eigentlich meine. Zurzeit kan ich ehrlich sagen, dass es mir gut geht. Mit der neuen Schule und Klasse hab ich es bis jetzt sehr gut getroffen, im Praktikum lern ich ernsthaft was sinnvolles, am nächsten Wochenende seh ich endlich mal ein paar tolle Menschen wieder und bis zu den Ferien dauert es ja auch nicht mehr allzu lang, was allein ausreicht, um jeden Ansatz einer Klage zu ersticken. Trotzdem verbringe ich die meisten Teile des Tages mit einem Wäh-Gefühl, was ich wirklich nicht anders beschreiben kann, als mit ‘Wäh’. Und unter ‘Wäh’ dürfte sich jeder irgendwas vorstellen können.

Nur weiß ich leider nicht, warum. Hab ich vielleicht einfach keine Lust, ab morgen wieder jeden Tag von 10 bis 18 Uhr ins Praktikum zu gehen? Oder geht’s mir nur mies, weil’s mir eben gut geht und ich weiß, dass das als Dauerzustand unwahrscheinlich ist? Fehlt mir irgendwas, das ich aber nicht benennen kann? Oder bild ich mir den ganzen Scheiß nur ein, weil das Zufrieden-sein nicht zu mir, meiner Frisur und meinem Musikgeschmack passt?

Egal was es nun ist – es nervt und sollte ganz einfach mal gehen, die Tür richtig zumachen, auswandern und auch nicht mehr zurück kommen, zu mir. Aber wie gesagt, vielleicht bin ich es ja auch selbst, der es immer wieder aufs Neue sucht und vor allem überall findet, wo es sich verkriecht, um sich dann zu wundern, was eigentlich los ist.

Doofe Sache, das. Ja. Ich denke allerdings schon, dass sich das Problem lösen lässt. Ein Schritt zu diesem Ziel ist es, darüber zu schreiben und den Müll dann in mein Blogzu stellen, wo es keinen Schwanz interessieren wird, aber immerhin da ist.

Und weiter? Das wird sich zeigen. Bis dahin kann ich nur bitten: Was immer du bist, das mich runterzieht: Erklär dich mir, dann hau ab und mach deinen Scheiß woanders…

Im Deutschunterricht geht es gerade um Kommunikation. Nun bedarf es keiner besonderen intellektuellen Leistung, um zu verstehen, dass der Prozess an sich mit demjenigen beginnt, der zuerst etwas sagt oder Wattebällchen abfeuert, und ich will ja auch keine pseudowissenschaftliche Facharbeit drüber schreiben. Das kommt noch früh genug. Mir wird es hier einfach mal um kommunikative Defizite gehen; mich selbst werde ich davon natürlich nicht freireden. Vielleicht. Ich meine, beim Schreiben dieser Wörter jetzt, hab ich noch überhaupt keine Ahnung, über was ich überhaupt schreiben will, aber fangen wir einfach mal an, ganz drastisch.

Leute, die auf Fragen, an deren Beantwortung dem Fragenden etwas mehr liegt, als Fundamentalisten an geistiger Gesundheit, allen Ernstes mit „Darum!“ antworten, gehören meines Erachtens sozial isoliert und unter ständige Beobachtung mindestens zweier hochrangiger Sicherheitsbeamter. Kann man doch nicht machen, sowas. Stellt euch vor: Nach dem kräftezehrenden und Haarbüschel kostenden Zusammenkratzen eures ganzen Mutes und dem Verwerfen aller noch vorhandender Schamgrenzen fühlt ihr euch letztlich bereit, zu fragen: „Ich würde es einfach gern wissen, also: Warum empfindest du für mich nichts?“. Und von der anderen Seite bekommt ihr ein selbstgefälliges „Darum!“ zu hören, weil es für unnötiger als ein dritter Hoden befunden wird, sich seinen Gefühlen mal zu stellen. Darum… DARUM! Sagt mir nochmal einer, dass Videospiele an amoklaufenden Schülern Schuld tragen! Nein, es sind viel eher Leute, die andauernd mit „Darum!“ antworten, verdammt! Ich meine, was wäre das denn für eine gestörte Welt, in der jeder „Darum!“ für eine adäquate Antwort hält?

„Ey, warum hast du meine Puppe angemalt?“ „Hihi… daaaaaruum!“

„Wieso gibt es nun erneut eine Steuererhöhung?“ „Äh, darum?!“

„Warum haben sie diese Atomrakete gezündet?“ „Oorr… darum, man!“

Mal ehrlich, das geht doch nich! Das einzig Gute daran ist die Möglichkeit, den IQ solcher Leute ein wenig einfache schätzen zu können. Ähnlich verhält es sich da mit dem wahnsinnig aussagekräftigen Wort „Aha“. Es ist doch geradezu menschenverachtend, nach einer ellenlangen, liebevoll ausformulierten und ausführlichen Beschreibung einer Sache, an der man zuvor Interesse heuchelte, ein „Aha“ rauszuhauen. Einfach so. Ohne Zusatz. Mal ganz unverblümt an die Leute, die das immer machen: Was soll der Scheiß?? Wenn ihr nicht reden wollt, dann haut doch einfach ab und zockt, shoppt oder was ihr sonst so produktives macht, um so zu tun, als hättet ihr Hobbies und damit keine Zeit zum Reden. Aber sagt um Gottes Willen nicht „Aha“! Hysterische Mädels im Bus, die sich 15 Minuten lang über Popstars unterhalten und dabei Kandidatinnen imitieren, sind nicht so entnervend, wie das Gespräch nach einem „Aha“ weiterzuführen! Was meint ihr wohl, sind die Gründe für suizidale Jugendliche? Probleme mit der Familie? Versagen in der Schule? Nope, es sind Aha-Antworten!

„Weißtu, ich hab dich lieb.“ „Aha…“

Nach so einer seelischen Grausamkeit kann man von Glück reden, wenn der emotional Geschändete nicht von der Frauenkirche hüpft. Ich würd’s nicht tun, da ist mir der Eintritt zu teuer, aber bitte – bedenkt das doch, bevor ihr anfangt, scheiße zu sein!

Ganz schlimm wird es allerdings erst dann, wenn das Gespräch an beiden Parteien scheitert, weil man sich beispielsweise gegenseitig Cholera oder Scooter als Hochzeitsband wünscht, aber doch irgendwie miteinander reden muss. (Besonders wenn dann noch Freundlichkeit vorgespielt wird. Warum kann man sich nicht einfach aufrecht seine Abscheu zeigen? Ist doch viel lustiger!) Es gibt natürlich noch einige andere Gründe, und um hier auch überzeugend zu wirken, muss ich mich einmal mehr der Selbsterniedrigung bedienen. Heißt also, ich weiß dass ich’s nicht drauf hab, muss mir nicht noch extra mitgeteilt werden. Das sinnvollste Gespräch, das ich nämlich bis jetzt führte, bestand aus folgenden, durchdachten Wörtern und sollte in die Geschichte der großartigen Dialoge eingehen:

Ich: „Na?“
Wer anders: „Na?!“

Ja.
Das war’s.
Danach kam nix mehr.
Das war das Gespräch, so wie es da steht. Mitleidend-verächtliche Blicke und die Frage, ob ich eigentlich manchmal mit einer Rasierklinge auf dem Bett sitze, kann ich jetzt wohl keinem verübeln. Sagt mir halt auch nochmal, wie armselig ich bin, wenn ihr gar nicht anders könnt… aber man erkennt was ich meine.

Normal ist sowas ja, wenn man in sein Gegenüber womöglich verliebt ist. Busfahrten, bei denen man nebeneinander sitzt, sich absolut nichts zu sagen hat, viel lieber mit System Of A Down vollgedröhnt oder sich selbst pausenlos ohrfeigen möchte, weil das Mädel, auf dessen Titten man trotz temporärer Stummheit noch stiert, denken muss, man hätte eine Sozialphobie und wäre eigentlich kurz vorm Abnippeln – kennt ihr? Ja, da seid ihr sicher nicht allein. Passiert jedem anfangs mal, ist aber trotzdem zum Kotzen.

Nun nehme ich mich von Kommunikationsschwierigkeiten ja wirklich nicht aus (was mich gleich viel sympathischer macht.. haha); nervig ist es aber halt, und mal ne schriftliche Aufregung meinerseits wert. Ist ja sonst nix doofes los, gerade. :-)

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